Fotografieren ist mehr als ein Knopfdruck.
Möchten Sie keine verwackelten Schnappschüsse erzeugen, sondern ansprechende und hochwertige Fotos, können Ihnen die folgenden Zeilen sicher weiterhelfen.
Bildformat und Bildausschnitt
Die Bestimmung des Bildformates ist relativ einfach, da meist vom Motiv vorgegeben. Steht das Motiv aufrecht, bietet sich das Hochformat an, bei relativ breiten Objekten eher das Querformat. Bei der Auswahl des Bildausschnitts hilft ein so genanntes Zoomobjektiv.

Nach der Drittel-Regel wird dabei das Bild horizontal und vertikal mittels jeweils zweier Linien in je drei Abschnitte unterteilt, insgesamt also neun. An einem der entstehenden Schnittpunkte platziert man das Hauptmotiv, ein Zentrieren bspw. wirkt eher starr, weil es das Auge des Betrachters sofort in der Bildmitte festhält und nicht umherwandern lässt.
Bei Landschaftsaufnahmen bietet sich oft eine Orientierung an den beiden waagerechten gedachten Linien an.

Soll der Himmel dominieren, kann die Horizontlinie mit der unteren Linie übereinstimmen, tritt der Himmel in den Hintergrund, mit der oberen.
Ist das Motiv formatfüllend, sollte man das wichtigste Element in einem der beiden oberen Schnittpunkte platzieren.
Bewegte Motive bewegen sich idealerweise in das Bild hinein,

d.h. der Raum bis zum gegenüberliegenden Bildrand sollte ausreichend sein, damit ein der Bewegung folgender Betrachter nicht augenblicklich „anstößt“. Ähnlich verhält es sich bei Blickrichtungen: Lassen Sie ein Motiv mit seitlicher Blickrichtung ins Bild hineinsehen, sollte ein der Blickrichtung folgender Raum bis zum Bildrand den größten Teil des Bildes einnehmen.

Sinnvoll sind auch Bildführungslinien, sie bieten sich besonders bei Landschaftsaufnahmen an. Im europäischen Raum liest man von links nach rechts und von oben nach unten, ähnlich kann man in einem Bild „lesen“. Der Betrachter empfindet es als angenehm, sich von Bildführungslinien, z.B. einem Feldweg durch das Bild leiten zu lassen. In der Abbildung übernimmt der von oben nach unten verlaufende Wasserfall diese Funktion.
Scharf oder unscharf
Schärfe ist ein Maß dafür, inwieweit ein Betrachter Details im Bild unterscheiden kann. Auch wenn ein Trend zur Unschärfe besteht, wirkt ein Foto mit hoher Schärfe auf den Betrachter meist sehr angenehm. Dabei ist es ausreichend, wenn sich z.B. bei Tierportraits der Bereich der höchsten Schärfe auf dem der Kamera zugewandten Auge befindet, dann wirkt das gesamte Hauptmotiv trotz der unscharfen Randbereiche scharf.

Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, welche den Schärfeeindruck eines Bildes beeinflussen. So ist die Gefahr der ungewollten Unschärfe bei bewegten Objekten groß, ebenso bei ungünstiger Beleuchtung, dazu zählen z.B. Außenaufnahmen bei trübem Wetter. Sie können also Einfluss auf die Bildqualität nehmen, indem Sie die in der Regel günstigeren Lichtverhältnisse am frühen Abend und am frühen Morgen abwarten oder bei bewegten Objekten eine geringere Belichtungszeit wählen, um die Bewegungsunschärfe zu minimieren.
Wie sich unterschiedliche Belichtungszeiten auf die Abbildungsschärfe auswirken, können Sie auf der folgenden Abbildung sehen:

Das linke Bild entstand mit einer Belichtungszeit von 1/800 Sekunde, beim mittleren wurde die Belichtungszeit auf 1/50 Sekunde verlängert und die rechte Aufnahme resultiert schlussendlich aus einer Belichtungszeit von 1/10 Sekunde.
Vorder- und Hintergrund
Besonders bei Landschaftsaufnahmen kann es vorkommen, dass der Vordergrund nicht genügend für den Hintergrund hergibt, z.B. sich vor einer schönen Bergkette in der Ferne ein recht langweiliger Vordergrund präsentiert. Durch das Wählen einer größeren Brennweite von bspw. 100 mm kann der Vordergrund entfernt und dem Problem abgeholfen werden.

Ebenso kann es lohnenswert sein, sich vor dem Drücken auf den Auslöser ein wenig nach einem interessanten Motiv für den Vordergrund umzusehen, manchmal hilft da bereits ein unscharf abgelichteter, ins Bild ragender Zweig. Auch mit natürlichen Rahmen können Sie Ihr Bild aufwerten, so bieten geöffnete Fenster oder eine Öffnung im Mauerwerk schöne Möglichkeiten, die Wirkung des Hintergrundes zu unterstreichen.